Jodlerdorf & Jodlermeile

Jodeln und Feiern direkt am See

Das Jodlerdorf und die Jodlermeile befinden sich zentral gelegen, entlang des Zuger Seebeckens, in unmittelbarer Nähe der Vortragslokale und des Bahnhofs Zug. Der Festbetrieb beginnt am Freitag, 16. Juni 2023 um 14 Uhr und dauert mit Freinacht durchgehend bis Sonntag, 18. Juni 2023 um ca. 17 Uhr.

Festprogramm

Freitag, 16. Juni 2023

  • Wettvorträge Jodeln, Alphornblasen, Fahnenschwingen
  • Unterhaltungsprogramm und Events
  • Festbetrieb in den Jodlerbeizli und an den Jodlerständen
  • Diverse Radio- und TV-Sendungen

Samstag, 17. Juni 2023

  • Wettvorträge Jodeln, Alphornblasen, Fahnenschwingen
  • Unterhaltungsprogramm und Events
  • Festbetrieb in den Jodlerbeizli und an den Jodlerständen
  • Diverse Radio- und TV-Sendungen

Sonntag, 18. Juni 2023

  • Fahnenempfang
  • Veteranenempfang, Festgottesdienst und offizieller Festakt
  • Festumzug
  • Festbetrieb in den Jodlerbeizli und an den Jodlerständen
  • Diverse Radio- und TV-Sendungen

Brauchtum und Traditionen

Jodeln – der heisse Draht zum lieben Gott

Jodeln ist das Singen von losen Silbenkombinationen mit häufigem Umschlagen zwischen Brust- und Kopf- bzw. Falsettstimme. Die meisten Jodler – wie man die Jodellieder nennt – sind mehrstimmig. Neben dem reinen Jodellied tauchen Jodler auch häufig als Kehr- und Schlussrefrain in Volksliedern auf. Heimisch ist das Jodeln im Alpenraum und in weiteren deutschen und österreichischen Gebirgen. Seit dem 19. Jahrhundert hat sich die Pflege des Jodels in Chören entwickelt und auch die kirchliche, sakrale Volksmusiktradition kennt ein- oder mehrstimmige Jodler. Wie das Jodeln genau entstand, kann eigentlich niemand sagen. Vielleicht diente es einst der Verständigung zwischen Berg und Tal oder kündigte auf schmalen, nicht einsehbaren Wegen am Berg den Auf- oder Abtrieb einer Viehherde an? Die frühesten Belege zum Wort «jodeln» stammen aus Franken und dem deutschsprachigen Donauraum des 17. und 18. Jahrhunderts, wo es für «johlen» stand und keine spezifisch musikalische Bedeutung hatte. Aber Jodler wissen natürlich, dass Jodeln eine sehr alte Sprache ist, um sich mit Nachbarälplern und dem lieben Gott zu verständigen.

In der Schweiz wird der Jodelgesang auf zwei Arten gepflegt. Einerseits als Jodellied, andererseits als Naturjodel. Das Lied besteht aus drei Strophen mit anschliessendem Jodel als Refrain. Im Gegensatz zum Lied ist der Naturjodel eine Melodie ohne Worte, die einfach nur das Empfinden zum Ausdruck bringt. Der Naturjodel wird vor allem im Appenzell, Toggenburg, Berner Oberland sowie in der Zentralschweiz intensiv gepflegt.

Auch das Alphorn entstammt der Bergwelt. Es wird vermutet, dass es als Rufinstrument zwischen den Sennen und der Talbevölkerung diente oder dem Weidevieh das Signal gab, zur Abend- und Melkzeit in den Stall zurückzukehren.

Neben dem Alphorn gibt es den Büchel. Auch dieses Blasinstrument basiert auf dem Prinzip der Naturtrompete, ist im Gegensatz zum Alphorn aber in drei nebeneinander liegende Sektionen gefaltet und beträgt dadurch nur etwa 90 cm.

Die Alphorn- und Büchelbläser und -Bläserinnen treten an den Eidgenössischen wie auch an den Unterverbands-Jodlerfesten als Solisten, im Duo, Trio, Quartett oder in einer Gruppe auf und lassen sich von drei Juroren bewerten. Als Gruppe gilt eine Alphorn- oder Büchelformation ab mindestens fünf Bläsern und Bläserinnen. Die mehrstimmigen Vorträge müssen mit Instrumenten in einheitlicher Grundstimmung dargeboten werden. Ausserdem müssen die Instrumente der Vortragenden – mit Ausnahme der Gewinde- oder Steckbuchsen bzw. der Stimmzüge bei den Bücheln – vollständig aus Holz bestehen.

Im Unterschied zum Jodeln und Alphornblasen ist das Fahnenschwingen nicht in den Bergen beheimatet, sondern war seit dem Mittelalter ein Privileg der städtischen Zünfte. Fahnen sind seit dem frühen Altertum bekannt. Die bedruckten, meist rechteckigen Tücher symbolisieren eine Gemeinschaft und dienen zum Beispiel im Militär als Orientierungspunkt für die Soldaten. Nahezu jede historische Gemeinschaft hat ihre Fahne: Nationen, Städte oder eben Zünfte. Vielleicht haben Fahnenträger ihre Fahnen geschwungen, wenn der Wind fehlte? Oder freudvoll und spielerisch beim Sieg ihres Heeres? Jedenfalls haben auch zurückkehrende Söldner das Fahnenschwingen aus dem südlichen Europa in die Schweiz gebracht. Hier gehört es inzwischen zum Brauchtum und wird seit 1910 durch den Eidgenössischen Jodlerverband gefördert. Da es heute nicht mehr das Privileg der Zünfte ist, werfen Hunderte von Fahnenschwingern ihre seidene Fahne mit rund 100 reglementierten Schwüngen kunstvoll durch die Luft, um sie am kurzen, schweren Handgriff wieder aufzufangen. Dies erfolgt in wenigen, konzentrierten Minuten. Begleitet durch den tragenden Ton von Alphörnern, gehören diese Wettkämpfe zu den feierlichsten Momenten eines Jodlerfestes.

An Jodlerfesten dürfen die Fahnenschwinger ihre Darbietung nur mit der Schweizer- oder einer Kantonsfahne ausführen. Das Fahnentuch muss dabei mindestens 118 Quadratzentimeter messen. Die Fahnenschwinger haben nebst dem Einzelauftritt auch die Möglichkeit im Duo aufzutreten. Bei solchen Darbietungen werden nebst der üblichen Fahnenschwünge die Banner auch einander zugeworfen.